
Die Stehleuchte Teso basiert auf dem Konstruktonsprinzip Tensegrity – einem statischen System, in dem sich Druck- und Zugkräfte zu einem stabilen Gleichgewicht organisieren, ohne sich direkt zu berühren. In Teso – tensegrity ellipsoid light übersetzt sich dieses mathematisch-statische Konzept in eine skulpturale Lichtfigur: Die bielastische Textilmembran spannt sich zwischen frei schwebenden Stäben, die allein durch das präzise Zusammenspiel innerstruktureller Kräfte in Position gehalten werden.
Die äußere Gestalt ergibt sich nicht aus einer konkreten Formgebung mithilfe klassischer CAD-Gestaltung, sondern aus dem Materialverhalten unter Spannung und der Ausgangstopologie der eingesetzten Komponenten. Dadurch entstehen fließende, sinnlich-intuitiv wirkende organische Konturen. Die Oberfläche der wechselnd konkaven und konvexen Bereiche geht direkt aus dem statischen Gleichgewicht hervor.
Meine Auseinandersetzung startete als analytisch-konstruktive Untersuchung eines technischen Gestaltungsprinzips. Es entwickelte sich ein räumliches Gebilde mit dynamischer Formsprache, ästhetischer Präsenz und prägnanter Eigenständigkeit im Zusammenspiel der Komponenten. Ich wollte das Tensegrity-Phänomen nicht bloß als visuell reizvolle Faszinationsästhetik inszenieren, sondern die besonderen Merkmale des Konstruktionsprinzips stringent und als integralen Bestandteil in eine funktional und formsprachlich überzeugende Anwendung überführen. Es entsteht ein Spiel aus inneren Kräften und äußerer Kontinuität, bei dem Ausdruck und Wirkung aus der Logik seiner Konstruktion hervorgehen. Die Verhüllung verbirgt die innere Struktur geheimnisvoll, die Gesamterscheinung und die Schattenwürfe lassen allerdings die Anordnung der Elemente erahnen.

